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Verfehlte Konzernpolitik schadet gesamter Branche

700 verlorene Arbeitsplätze im Main-Kinzig-Kreis durch den Veritas Deal, eignen sich nicht für polemische Fluchten aus der Verantwortung eines Mittelstandsfunktionärs wie Volker Rode. Die gesamte Branche mit all ihren Mitarbeitern hat es nicht verdient sich mit derart banalen Ausflüchten abspeisen zu lassen. „Ausgerechnet den Grünen die Schuld an der deutschen Automobilkrise zuzuweisen, die mit ihrem klaren Eintreten für die wichtigsten Zukunftsthemen der Menschheit, aktuell die größten Wahlerfolge und den größten Mitgliederzuwachs aller Parteien vorweist, ist schon dreist,“ bemerkt Gerd Neumann, Grünen Fraktionsvorsitzender aus Schlüchtern.

„Die nachhaltige Beschädigung der gesamten Automobilindustrie“ wie Rode es konstatiert, ist sehr wohl die Folge von inzwischen jahrzehntelanger verfehlter Mobilitäts- und Technologiepolitik der großen Automobil-Konzerne. Ein Industriezweig, der mehr Ingenieurskunst auf Vertuschungs- und Schummelsoftware setzt, sich auf 150 Jahre Automobilgeschichte ausruht und ohne gesunden Menschenverstand weiterhin, vor allem auf das Verbrennen endlicher Ressourcen in automobilen Antrieben baut, hat nicht nur nichts verstanden, sondern inzwischen gut dreißig Jahre verschlafen und der gesamten Automobilindustrie mit ihren vielen tausend Mitarbeitern großen Schaden zugefügt. Grund dafür ist nicht „technologiefeindliche grüne Anti-Auto-Politik“, (Rode), sondern einzig und alleine verfehltes Management. Es ist das grob fahrlässige, jahrzehntelange Festhalten an einer äußerst profitablen, aber längst überholten Motorenstrategie auf Kosten des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Längst haben China, Japan und die USA dieses Vakuum erkannt und nutzen es exzessiv. Um das Debakel abzufedern fordert Rode für den Main-Kinzig-Kreis Investitionszuschüsse für die jetzt leidende Branche. Das Geld dafür will er, seiner unverfrorenen Logik folgend, aus dem Umweltministerium nehmen. Welche Zukunftstechnologie damit finanziert werden soll, wird nicht verraten. In der Zwischenzeit ist der amerikanische Autobauer Tesla dabei, ab 2022 in Brandenburg jährlich bis zu 500.000 Elektrofahrzeuge vom Band rollen zu lassen. Dafür werden tausende Arbeitsplätze in neuen Technologien gebraucht. Passt gut zu einer zukünftigen IAA-Nachfolgemesse, die sich anschickt, sich als weltweit bedeutendste und größte Mobilitätsmesse zu etablieren. „Vielleicht sorgt diese ja in Zukunft für innovative Köpfe und Unternehmer auch im automotiven Main-Kinzig-Kreis. Die CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) dürfte es eher nicht sein,“ vermutet Gerd Neumann.

Gerd Neumann

28.02.2020

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