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Gegen Gegenwind

Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose….

…sondern es bedarf hochkomplexer Anlagen, die unsere Steckdosen mit Strom für Industrieanlagen und Unmengen von elektrischen Geräten versorgen. Hochkomplexe Anlagen, wie Atomkraft- und Kohlekraftwerke, die nicht nur Strom produzieren. Denken wir an die tausenden Tonnen von hochradioaktivem Müll aus den Atomkraftwerken, der 100.000 Jahre radioaktiv bleibt, für Mensch, Tier und Pflanzen unzugänglich verwahrt werden muss und immer noch kein Endlager dafür gefunden ist. Denken wir an den klimaschädlichen und gesundheitsschädigenden Ausstoß von Treibhausgasen bei Kohlekraftwerken und an das Quecksilber, das durch die Kohleverbrennung in die Atmosphäre emittiert wird. Ganz zu schweigen von dem naturschädigenden Braunkohleabbau, dessen riesige Flächen sich nur mit hohen Investitionen renaturieren lassen.

Die Alternative

Dank der Energiewende hat sich die Zusammensetzung stromproduzierender Anlagen geändert und die Stromerzeuger, die erneuerbare Energien nutzen, nehmen zu. Im 1. Quartal 2020 wurde erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und in das Stromnetz eingespeist, als aus konventionellen Energieträgern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg in Deutschland die Strommenge aus erneuerbaren Energien auf einen Anteil von 51,2 % der insgesamt eingespeisten Strommenge. Den höchsten Anstieg verzeichnete der Strom aus Windkraft mit stolzen 34,9 % der insgesamt eingespeisten Strommenge und war erstmals der wichtigste Energieträger für die Stromerzeugung.

Plädoyer für die Windkraft

Es gilt, die oftmals noch vorhandenen Vorbehalte gegen die Windkraft mit Fakten auszuräumen, denn sie wird, aufgrund ihres enormen Beitrags zum Klimaschutz, der wichtigste Energieträger bleiben. Bei der Erzeugung von Windstrom entstehen keine Abgase, Abfälle oder Abwässer, wie das bei konventionellen Kraftwerken der Fall ist. Lediglich 2% der Landesfläche in Hessen werden für die Nutzung von Windkraft bereitgestellt, damit im Jahr 2050 der Energiebedarf möglichst vollständig aus erneuerbaren Energien abgedeckt werden kann. Um ein Windrad im Wald aufzubauen, müssen im Schnitt einschließlich der Zufahrtswege 0,5 Hektar gerodet werden, wofür als Ausgleich immer an anderer Stelle neuer Wald aufgeforstet wird. Was ist das schon, im Vergleich zu dem riesigen, naturvernichtenden Abbau von Braunkohle und den verseuchten Gebieten rund um die Atomkraftwerke? Tatsache ist auch, dass wir Jahr für Jahr in Hessen unfassbar viel Wald durch Klimaschäden verlieren, und eben nicht durch den Bau von Windkraftanlagen. Im Gegenteil, Windkraftanlagen helfen den Ausstoß von CO2 zu verringern und helfen damit in Zukunft den Wald zu schützen. Die Windkraftanlagen machen sich auch an anderer Stelle bezahlt: Im Haushalt der Kommunen. Schlüchtern erhält jährlich aus Verpachtung und Umsatzerlösen rund 350.000 Euro. Dank neuer Techniken können veraltete kleine Windenergieanlagen durch leistungsstärkere ersetzt werden, was zu einer besseren Ausnutzung der verfügbaren Standorte führt. Durch dieses „Repowering“ wird der Stromertrag der vorhandenen Anlagen erhöht und die Anzahl der Anlagen kann reduziert werden. Wenn dann die „Lebenszeit“ eines Windrades zu Ende geht, kann es schnell und umweltverträglich wieder abgebaut und die grüne Wiese wieder angelegt werden, die Bauteile sind recyclebar und werden der Wiederverwertung zugeführt. Wie ist das mit den Atomkraftwerken? Der Rückbau eines Atomkraftwerkes dauert Jahrzehnte und die verstrahlten Bauteile können nur unter schwierigsten Bedingungen und mit extrem hohen Kosten entsorgt werden. Die Zukunft und die Absicherung unserer Energieversorgung ist die Windkraft, die den einheimischen und kostenlosen „Energierohstoff“ Wind zur Stromproduktion nutzt, kombiniert mit allen anderen zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energien. Diesen Prozess müssen wir mit aller Kraft unterstützen, um eine Klimaneutralität schnellstmöglich zu erreichen und um den nächsten Generationen hoffentlich noch eine lebenswerte Erde zu hinterlassen.

Quellen:

Bilder: pixabay.com Zugriff 11.05.2021

www.windfakten.at    Zugriff 09.12.2020
www.energieland.hessen.de    Zugriff 09.12.2020
www.umweltbundesamt.de     Zugriff 09.12.2020
www.destatis.de     Zugriff 09.12.2020
www.wirtschaft.hessen.de  Zugriff 05.12.2020